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Der Liebestrank

Der Liebestrank – Handlung

Nemorino, ein junger Landmann, umwirbt schüchtern die selbstbewußte, kokette und, wie es scheint, flatterhafte Adina.

Der Liebestrank – Der Liebestrank – Handlung

Diese erzählt ihren Leuten aus dem Buch, das sie gerade liest, die Geschichte von dem Wundertrank, der Tristan zum Sieg über die stolze Isolde verhalf. Unter Marschklängen ziehen Soldaten ins Dorf, an ihrer Spitze der martialische Sergeant Belcore, auf die Unwiderstehlichkeit von Schnurrbart und Uniform eingebildet und mit einer sofortigen Werbung um Adina forsch ins Zeug gehend. Sie weist den ungestümen Helden zurück, läßt aber erkennen, daß er ihr nicht unsympathisch ist. Ihn und seine Krieger lädt sie zur Rast ins Gut ein.

Informationen

„Der Liebestrank“
Originaltitel: „L’elisir d’amore“
Deutscher Titel: Der Liebestrank
Komponist: Gaetano Donizetti (1797–1848)
Libretto: Felice Romani
Sprache: Italienisch
Vorlage: Motivisch inspiriert von Eugène Scribes Vaudeville Le philtre
Uraufführung: 12. Mai 1832
Ort der Uraufführung: Teatro della Canobbiana, Mailand

Der Liebestrank – Ensemble

EUTINER SOMMERSPIELE
Oper im Schloßpark

Musikalische Leitung: Erwin Jamrosy
Inszenierung: Ulrich Wenk
Bühnenbild: Michael Tietjens
Chöre: Fritz Arndt
Technische Leitung: Alwin Stroh
Beleuchtung: Reinhold Jentzen
Kostümausführung: Heide‑Marie Mahlstedt, Fritz Koch
Masken: Karl Koberstein
Inspizient: Holger Haase

18., 25. Juli, 1., 8., 14. und 16. August 1970

DER LIEBESTRANK
L’elisir d’amore
Komische Oper in zwei Akten
von Felice Romani

Neue deutsche Übertragung unter Zugrundelegung der Übersetzung von Johann Christoph Grünbaum
von Joachim Popelka

Musik von Gaetano Donizetti

Adina, eine junge reiche Pächterin — Helga Thieme
Nemorino, ein junger armer Bauer — Wolfram Assmann
Belcore, Sergeant — Franz Grundheber
Doktor Dulcamara, ein Quacksalber — Karl Helm
Giannetta, ein Bauernmädchen — Jutta Zantop

Bauern und Bäuerinnen, Soldaten

Hamburger Symphoniker
Chor der Eutiner Sommerspiele

Beginn 20.00 Uhr — Pause nach dem ersten Akt — Ende 22.15 Uhr

Verlag Ricordi & Co., Frankfurt am Main

Gaetano Donizetti – Der Meister von Bergamo

Eduard Hanslick

Das entzückende Landschaftsbild Bergamos vergißt nicht so leicht, wer, sei es auch nur auf der Durchreise, hingeschaut hat. J. V. Widmann, aller italienischen Städte und Städtchen bester Kenner und Schätzer, ruft beim Anblick von Bergamo aus: „Da möchte ich den Rest meines Lebens zubringen!“ In diesem Bergamo wurde 1797 Gaetano Donizetti geboren. Sein Vater wollte ihn zum Advokaten bestimmen, der Sohn hatte Lust zum Architekten — und so wurde er denn keines von beidem, sondern Komponist.

Musiker und Musikfreunde gedenken in Bergamo nicht bloß Donizettis, sondern auch seines Meisters Simon Mayr. Dieser einst gefeierte Komponist zahlloser italienischer Opern war ein guter Deutscher, ein Organistensohn aus Ingolstadt in Bayern. Mit 23 Jahren finden wir ihn in Venedig als Schüler Bertonis; 18 Jahre später als Kapellmeister der Basilica di Santa Maria Maggiore in Bergamo, wo er als Stifter der Unione Filarmonica, Direktor der Musikschule und unermüdlicher Komponist bis an sein Lebensende tätig war. Er starb daselbst fast erblindet, 82 Jahre alt, im Dezember 1845. Die dankbare Stadt Bergamo hat ihm ein schönes Denkmal gesetzt.

Italienische Opern zu schreiben war noch zu Anfang dieses Jahrhunderts ein besonders geschätzter und einträglicher Beruf deutscher Musiker. Man braucht nicht an Händel und Gluck zurückzudenken — nur an unsere älteren Zeitgenossen Weigl, Winter, Gyrowetz, Otto Nicolai. Unser Simon Mayr, dessen italienische Opern — 46 große und 17 kleinere — längst vergessen sind, galt den Italienern als ein hochbegabter, gediegener Meister. Auch unsere Nachschlagebücher, die gern aus jedem Verstorbenen einen Unsterblichen machen, sprechen von S. Mayr wie von einem Klassiker.

Viel Neues wußte Mayr nicht zu sagen, aber er sagte es in korrekter, logisch geordneter und wohlklingender Sprache.
Eine mäßige Transfusion verdünnten deutschen Blutes hat denn auch auf den jungen Donizetti eingewirkt, als er bei Simon Mayr studierte und vorzugsweise Messen schrieb. Mit zwanzig Jahren brachte er seine erste Oper zur Aufführung. Sie siegte ebensowenig wie die zwanzig nachfolgenden. Endlich gelang Donizetti zu seinem ersten entscheidenden Erfolg in Italien mit der Oper „L’Esule di Roma“. Über die Grenzen seiner Heimat verbreitete sich sein Ruhm jedoch erst 1831 mit „Anna Bolena“. Eine Prager Aufführung dieser Oper mit Jenny Lutzer in der Titelrolle gehört zu meinen frühesten Theatererinnerungen. Ich weiß davon nur, daß ich vor Herzweh über die unglückliche Königin weinend einschlief.

„Anna Bolena“ war Donizettis 32. Oper, und doch hatte der allzu leicht schaffende Komponist bis dahin nichts geliefert, was sich mit Bellinis Opern zweiten Ranges messen konnte. Ganze und halbe Erfolge, auch entschiedene Mißerfolge wechseln nun miteinander. Zu letzteren gehörte die Oper „Il diluvio universale“. Donizetti tröstete sich über ihr Fiasko, indem er sich sogleich vornahm, alle Musikstücke aus dieser Partitur, ohne Ausnahme, in seine folgenden Opern allmählich einzuschalten. Die Oper ward ja in Einzelheiten applaudiert und nur als Ganzes ausgepfiffen. „Il diluvio universale“ steckt vollständig in zehn oder zwölf danach komponierten Opern. Höchst charakteristisch für seine entschwundene Opernepoche, ist diese Tatsache doch keineswegs herabwürdigend für Donizetti, welcher nur die laxe ästhetische Moral seiner gesamten Umgebung teilte. Händel und Gluck hatten in diesem Punkte auch nicht skrupelloser gehandelt.

Ich beabsichtige nicht, den Lebenslauf Donizettis hier Schritt für Schritt, Oper für Oper zu beschreiben. Mit „Lucrezia Borgia“ (1833) stand Donizetti im Zenit seines Talentes und Ruhmes. Noch immer steigerte sich seine fabelhafte Produktivität. Ein Vertrag mit Barbaja verpflichtete ihn, alljährlich vier Opern für die königlichen Theater in Neapel zu schreiben. Zur Komposition des „Liebestrank“ brauchte er nur vierzehn Tage; für „Don Pasquale“ einen Tag weniger.
Vom Jahre 1834 an, wo er nach Paris zur Aufführung seiner „Märtyrer“ berufen wurde, bereicherte Donizetti das italienische Theater noch mit weiteren fünfzehn neuen Opern, darunter „Lucia“. Zum kaiserlich österreichischen Kammerkomponisten ernannt, ließ er noch für die Wiener Hofoper „Linda“ und „Maria di Rohan“ folgen. Im selben Jahre (1843) gab er der Pariser Großen Oper, für die er bereits „La Favorite“ geschrieben hatte, seinen „Dom Sebastian“. Im Laufe von sechsundzwanzig Jahren hatte Donizetti vierundsechzig Opern geschrieben.

Ja, wäre mit dieser aufreibenden Geistestätigkeit nur alles getan gewesen! In Italien muß aber der Komponist persönlich stets an Ort und Stelle kommen, die Stimmen seiner Sänger studieren und die Oper dirigieren. Auch Donizetti mußte, um eine Oper heute in Rom, dann eine andere in Florenz, eine weitere in Neapel oder Mailand einzustudieren und zu dirigieren, die italienische Halbinsel von einem Ende zum andern durchfahren — im Postwagen, denn Eisenbahnen gab es dort noch keine. Und kein Ausruhen zwischen all diesen Reisen, Arbeiten, Gesellschaften und Vergnügungen. So rastlose Tätigkeit mußte allmählich seine Gesundheit untergraben. Donizetti wurde im Jahre 1844 wahnsinnig.

Nach Escudiers Erzählung waren die ersten Anzeichen von Geistesstörung an Donizetti während einer Aufführung seines „Dom Sebastian“ in Paris bemerkt worden. Madame Stolz, welche als launenhafte, unumschränkte Primadonna damals die Große Oper tyrannisierte, wollte nicht (wie es die Handlung erfordert) auf der Szene bleiben, während Camoens hinter der Kulisse seine Barcarole singt. Als man sie endlich dazu bewogen hatte, verlangte sie, geärgert von dem Beifalle, der dem Sänger des Camoens nach der Barcarole zuteil wurde, wenigstens die Kürzung dieses Gesangstückes. Donizetti, der sonst sanfte und freundliche Mann, ergriff wütend seine Partitur und schleuderte sie unter den heftigsten Invektiven der Sängerin vor die Füße. Schäumend vor Wut und seiner nicht mehr mächtig, mußte er von drei Freunden nach Hause gebracht werden. Er erholte sich bald, und durch lange Zeit fanden seine Freunde nicht das mindeste Zeichen einer drohenden Krankheit in ihm.

Im Bereiche der Opera buffa gelten mir „Der Liebestrank“, „Don Pasquale“ und „Die Regimentstochter“ als das Reizendste und in sich Vollkommenste, was Donizetti geschaffen hat. Seine besseren lyrischen Tragödien glänzen jede durch schöne Einzelheiten; einheitliche Werke jedoch, in denen das Schwache gegen das Gute verschwindet, sind wohl nur die drei komischen Opern. Zweifellos neigte Donizettis Temperament und Talent (wie Rossinis) stärker zum Heiteren, Komischen als zur Tragik. Wie erklärt sich trotzdem die so überaus geringe Zahl komischer Opern von Donizetti? Zunächst gewiß aus äußeren Umständen. Die Opera buffa nahm in Italien von jeher den zweiten Rang ein; sie verfügte nicht über die allerersten Gesangskräfte und war schlechter bezahlt als die ernste Oper. Für den echteren Kunstwert jener heiteren Werke Donizettis spricht auch ihre ungleich stärkere Lebensdauer; die drei komischen Opern ragen heute noch wie gerettete Inseln aus einem Meere durchgefallener Tragödien Donizettis hervor.

Im „Liebestrank“ tritt alles, was an der italienischen Musik eigentümlich ist, uns unbeirrt entgegen. Wie gesangvoll und auch immer dramatisch sind diese Melodien, diese Szenen! Ein natürliches Ebenmaß, wie es nur der italienischen Musik eigen, verbindet sich hier mit reizender Frische und einer fast genial zu nennenden Leichtigkeit. Ungemein hübsch kontrastiert das idyllische Element im „Liebestrank“ mit dem soldatischen, und diese beiden wieder gegen ihre gemeinsame köstliche Folie, den alten Scharlatan! Ohne Frage den Höhepunkt von Donizettis Schaffen, bezeichnet „L’elisir“ gemeinschaftlich mit „Don Pasquale“ zugleich den Höhepunkt der nach‑Rossinischen Opera buffa. Im „Liebestrank“ ist alles natürlich, genügsam, lebensfroh. Die Lebendigkeit steigert sich nicht selten zum Glänzenden, die Weichheit zur herzlichen Empfindung; selbst das „Gewöhnliche“, so lähmend in heroischen und tragischen Opern, erscheint hier anmutig in der milderen Beleuchtung des Alltagslebens.

Ein Freund Felix Mendelssohns, Chorley, erzählte einmal im Musical World, wie eines Tages in London ein Kreis von gelehrten Komponisten und Musikkennern den „Liebestrank“ in gründlicher Entrüstung verurteilte, wie Mendelssohn anfangs stumm und unruhig sich auf seinem Sessel hin und her bewegte und schließlich, um sein Votum gedrängt, ausrief: „Ich weiß nur, meine gelehrten Herren, daß ich sehr froh wäre, hätte ich den ‚Liebestrank‘ komponiert!“

Wer gedenkt nicht gerne der Wiener Aufführungen des „Liebestrank“, „Don Pasquale“ und der „Regimentstochter“ durch das unvergleichliche Gesangsquartett: Désirée Artôt, Calzolari, Everardi und Zucchini; dann der Adelina Patti als Norina in „Don Pasquale“! Obwohl die Italiener durch ihr frisches Temperament zur komischen Oper nachdrücklicher berufen erscheinen als unsere bedächtigeren Landsleute, so leiden sie an hervorragenden Werken dieser Gattung kaum geringeren Mangel.

An rein musikalischem Wert steht „Don Pasquale“ dem „Liebestrank“ nicht nach; er teilt mit ihm die Vorzüge melodischen Flusses, maßvollen Ausdrucks, abgerundeter Form, glücklicher Charakteristik. Nur durch das Libretto, dessen an sich dürftige Handlung sich obendrein im Frack und innerhalb von vier Wänden abspielt, ist „Don Pasquale“ entschieden im Nachteil.

„Die Regimentstochter“ steht — in einiger Entfernung zwar — neben den zwei besten Opern Donizettis: dem „Liebestrank“ und „Don Pasquale“. Aus ihren Augen leuchtet Frohsinn und Witz; wie lustiger Vogelgesang schmettern ihre Melodien, ein wenig keck die Haltung, doch anmutig.
Seltsam, daß die Momente des Ernstes und der Wehmut in Donizettis komischen Opern meist einen Ausdruck von Wahrheit, von schlichter Empfindung tragen, wie wir ihn in seinen Tragödien nur selten antreffen. Man denke an die Momente der Sehnsucht oder Zärtlichkeit im „Liebestrank“ und „Don Pasquale“. Das ist das Werk eines wohltätigen Rückschlages: wahr und natürlich im Heiteren, im Komischen, bleibt Donizetti es unwillkürlich auch im Ausdruck ernsterer Empfindungen, sobald diese gleichsam nur die Staffage einer großen heiteren Landschaft bilden.

Der Liebestrank – Handlung

Erster Akt:
Es ist Feierabend. Nemorino, ein junger Landmann, umwirbt schüchtern die selbstbewußte, kokette und, wie es scheint, flatterhafte Adina. Diese erzählt ihren Leuten aus dem Buch, das sie gerade liest, die Geschichte von dem Wundertrank, der Tristan zum Sieg über die stolze Isolde verhalf. Unter Marschklängen ziehen Soldaten ins Dorf, an ihrer Spitze der martialische Sergeant Belcore, auf die Unwiderstehlichkeit von Schnurrbart und Uniform eingebildet und mit einer sofortigen Werbung um Adina forsch ins Zeug gehend. Sie weist den ungestümen Helden zurück, läßt aber erkennen, daß er ihr nicht unsympathisch ist. Ihn und seine Krieger lädt sie zur Rast ins Gut ein.

Es kommt zu einer langen, sicherlich nicht der ersten und ergebnislosen Aussprache zwischen Nemorino und Adina. Nun tritt als vierte Hauptperson Dulcamara auf den Plan, der in der ganzen Welt berühmte Wundermann. Er stellt sich dem gaffenden Volk vor und preist seine in allen Fällen von Krankheit, Ungeziefer, Verschönerung, Verjüngung, Asthma, Paralyse helfenden Pillen und Säfte zum Einheitspreis von drei Lire an.

Auch Nemorino hat das alles gehört, und er kommt auf den Gedanken, Dulcamara nach einem Trank zu fragen, dessen Zauber die Liebe spröder Herzen erweckt. Natürlich hat der Quacksalber auch ihn zur Verfügung und verkauft ihn dem liebenden Tölpel für dessen einzigen und letzten Dukaten. Dulcamara verpflichtet seinen Käufer zu strengem Stillschweigen und stellt die Wirkung erst nach 24 Stunden in Aussicht. Bis dahin hofft er über alle Berge zu sein.

Nemorino kann es kaum abwarten; er trinkt die ganze Flasche aus, beginnt zu tanzen und zu singen, kümmert sich — um den vermeintlichen Zauber nicht abzuschwächen — gar nicht um die verwunderte Adina. Diese wird wütend, verspricht, um Nemorino zu ärgern, dem Sergeanten, ihn in sechs Tagen zu heiraten. Sie ist sogar mit sofortiger Hochzeit einverstanden, als Belcore und seine Soldaten einen überraschenden Marschbefehl erhalten. Vergebens fleht, warnt, droht der verzweifelte Nemorino, der ja meint, sein Trank könne erst in 24 Stunden die rechte Wirkung tun. Er wird ausgelacht; man beschließt, den Notar zu holen und alle Vorbereitungen für das Hochzeitsfest zu treffen.

Zweiter Akt:
Das ganze Dorf ist vor Adinas Hause in fröhlichem Treiben vereint. Dulcamara singt und spielt zusammen mit Adina eine launige Barcarole. Doch Adina ist unruhig, weil sich Nemorino nicht sehen läßt. Sie möchte ihre Rache nicht zu weit gedeihen lassen.
Der unglückliche Liebhaber will von Dulcamara eine zweite Flasche des Wundertrankes haben, hat jedoch kein Geld dafür. Seine Verzweiflung nützt Belcore aus; er malt ihm die vielen Freuden des Soldatenstandes aus und wirbt ihn gegen 20 Taler zum Kriegsdienst an.

Inzwischen hat sich im Dorfe die Nachricht verbreitet, daß Nemorinos steinreicher Onkel gestorben sei und den jungen Bauern zum Haupterben eingesetzt habe. Dieser hat nun auch die vom Werbegeld gekaufte zweite Flasche des Liebeselixiers getrunken und findet dessen Wirksamkeit bestens bestätigt, als die Mädchen sich um ihn, den reichen Erben, bemühen.

In Adinas Herzen regt sich Reue über ihr leichtfertiges Tun. Während Nemorino mit den ihn umwerbenden Mädchen abgeht, klärt Dulcamara die schöne Pächterin über alles, was vorgefallen ist, auf. Sie ist tief ergriffen von der aufopfernden Liebe Nemorinos. Aber selbst den Wundertrank zu benutzen, den ihr Dulcamara anbietet, lehnt sie ab. Sie glaubt, andere, natürliche, weibliche Mittel zu besitzen, um Nemorinos Liebe nicht doch zu verlieren.

Schnell wendet sich nun die Geschichte dem befreienden Schlusse zu. Adina hat dem Sergeanten den Werbevertrag Nemorinos abgekauft, Nemorino weist dieses Geschenk zurück, und als er erklärt, als Soldat sterben zu wollen, da endlich bekennt Adina ihm ihre Liebe. Belcore findet sich mit seinem Verzicht ab. Nemorino wird über seine neue Würde als reicher Mann aufgeklärt, und Dulcamara nimmt für sich und sein Wundergetränk in Anspruch, ihm zu seinem Glück verholfen zu haben. Man glaubt es ihm; es kommt zu einem allgemeinen Lob des Elixiers und zum fröhlichen Preise des glücklichen Endes.

Der Liebestrank (Uraufführung 12. Mai 1832 in Mailand)

Dr. Hans Koeltzsch