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Wie Dominique Caron das Ensemble für die 68. Spielzeit formt

Von Chile bis Finnland, von Portugal bis Australien – so weltumspannend wie selten zuvor sind viele Hauptrollen bei der Eutiner Festspielen im kommenden Sommer besetzt. Intendantin Dominique Caron, als gebürtige Französin mit US-Staatsbürgerschaft und deutscher Berufskarriere selbst Weltbürgerin, freut sich auf das internationale Sängertreffen an der Freilichtbühne: „Ich bin sicher, dass sich unser Ensemble schnell zusammenfinden und mit hoher künstlerischer Qualität das Publikum begeistern wird.“

Seit Oktober war sie auf der Suche nach den passenden Solisten für die Verdi-Oper und für das Musical „My Fair Lady“, letzteres oft im Duett mit ihrem Regie-Kollegen Hardy Rudolz. Caron hat sich diverse Aufführungen in deutschen Opernhäusern angesehen, hat Künstleragenturen kontaktiert, hat bei zahlreichen Vorsing-Terminen in Hamburg und in Musikhochschulen nach ihren Idealbesetzungen geforscht. Ihr Anspruch dabei: „Ich muss fest überzeugt sein, dass ein Sänger, eine Sängerin auf die Bühne hier in Eutin passt und das Publikum fesseln kann. Das herauszufinden ist mein Steckenpferd und Beruf.“

Bei der Auswahl der Solisten hat die Opernexpertin neben Kriterien wie Teamfähigkeit, Wetterfestigkeit und Bühnenpräsenz eine ganz eigene Sichtweise fürs große Ganze entwickelt: „Ich suche nach Künstlern, die miteinander agieren und sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen. Denn was hat ein guter Sänger und erst recht das Publikum davon, wenn die anderen gegen ihn abfallen?“

Keine ganz großen Namen, aber immer große Stimmen und große Talente – das ist seit Jahrzehnten die Güteklasse der Eutiner Festspiele. Caron verspricht, in der 68. Spielzeit diese Tradition fortzusetzen. Das gilt besonders für das tragische Liebespaar in „La Traviata“: Die lange in Magdeburg tätige Sopranistin Hale Soner reist aus Istanbul an, um auf der Freilichtbühne die Hauptfigur Violetta Valéry zu verkörpern, aus Santiago de Chile stammt der Tenor Carlos Moreno Pelizari, der Violettas Geliebten Alfredo Germont darstellt. Caron: „Beide werden in Gestalt und Stimmklang ein homogenes Duo bilden.“

Während Verdis Oper in italienischer Sprache gesungen wird, kommt das von Frederick Loewe komponierte Musical „My Fair Lady“ in deutscher Sprache zur Aufführung. Entsprechend dominieren in dieser Besetzungsliste Künstler deutscher Nationalität; die Hauptrolle der Eliza Doolittle interpretiert die junge Sopranistin Désirée Brodka, den Professor Higgins spielt der vielerorts erfahrene Bariton Guido Weber. Beide Sänger haben, ebenso wie das türkisch-chilenische Spitzengespann in „La Traviata“, diese Solo-Partien schon an mehreren Bühnen erfolgreich gestaltet.

Die Rollenerfahrung ist für die Eutiner Intendantin ein dicker Pluspunkt bei der Besetzungswahl. Caron: „Da wir nur wenig Zeit für die Proben haben, ist die Vertrautheit mit einer Hauptrolle von Vorteil.“ Als einziger aus dem neuen Ensemble hat Manos Kia, der in der „Traviata“ den Part von Vater Germont singt, eine Art Heimvorteil: Der deutsch-iranische Bariton ist schon mehrfach auf der Freilichtbühne aufgetreten. Ein Coup gelang Dominique Caron mit dem Engagement der Talk-op-platt-Moderatorin Gerlind Rosenbusch: Sie wird Mrs. Higgins verkörpern. Die komplette Besetzungsliste wird in Kürze auf der Internetseite der Eutiner Festspiele veröffentlicht.

Carons Vorfreude auf die im Juni beginnende Probenarbeit ist ebenso spürbar wie ihre Erleichterung, dass wichtige Personalentscheidungen nun getroffen und die Verträge für die Solorollen unter Dach und Fach sind. „Ein gutes Ensemble beflügelt jeden Regisseur. Sobald die Besetzung klar ist, kann ich mich auf die Rollengestaltung konzentrieren“, nimmt die Intendantin ihre nächste Arbeitsphase in den Blick - die Inszenierung von „La Traviata“.

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