Wie schade: Die Eutiner Festspiele müssen aufgrund der Corona-Krise alle Vorstellungen der Saison 2020 absagen.  Mehr erfahren

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Eutiner Festspiele sagen 70. Saison ab

Die Eutiner Festspiele stehen vor einer historischen Zäsur: Erstmals seit 1951 präsentieren sie im Sommer keine Aufführungen auf der Seebühne.

Erstmals seit 1951 keine Aufführungen auf der Seebühne
Erstmals seit 1951 keine Aufführungen auf der Seebühne

„Wegen der Corona-Krise müssen wir zu unserem tiefsten Bedauern die Vorstellungen der 70. Spielzeit komplett absagen“, erklärte Geschäftsführer Falk Herzog heute (15. April).

Diese Entscheidung sei allen Beteiligten äußerst schwer gefallen. „Uns ist bewusst, dass bei vielen jetzt die Enttäuschung groß ist. Doch die Entwicklung ließ uns keine Wahl. Nun ist klar, dass wir alle einige Zeit noch mit starken Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen leben müssen“, sagte Herzog.

Die vernünftigen Vorsichtsmaßnahmen des Staates seien ein Grund für die Absage. „Der andere ist die eigene Verantwortung dafür, dass wir unsere überwiegend älteren Besucher keiner Gesundheitsgefährdung aussetzen dürfen. Und keiner möchte riskieren, dass bei einem Ansteckungsverdacht unser internationales Ensemble in Quarantäne muss und der Spielplan nicht zu halten ist“, betonte Herzog.

Die Absage ist nach seinen Worten um so schmerzlicher, als bis Ende März alle Vorzeichen auf eine erneut herausragende Spielzeit hingedeutet hätten. Die künstlerische Vorbereitung der Produktionen „Ein Käfig voller Narren“ und „Madama Butterfly“ sowie der Konzerte sei reibungslos gelaufen und habe große Erwartungen geweckt. Auch beim Publikum: „Wir haben jetzt 12.500 Karten verkauft, 15 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Erfahrungsgemäß hätte uns dieser Trend in der Saison mehr als 35.000 Besucher bringen können“, so der Geschäftsführer.

Für den Wertausgleich bereits gekaufter Karten hat das gemeinnützige Kulturunternehmen mehrere Wege vorbereitet. Herzog: „Das Wichtigste für die Festspiele ist das Vertrauen des Publikums. Das wollen wir unter keinen Umständen enttäuschen. Deshalb informieren wir direkt alle Kunden über die Absage und bieten ihnen aus Kulanz eine Rückerstattung an“, betonte Herzog.

Allerdings würde man sich in der Opernscheune wünschen, dass möglichst viele Kartenkäufer andere Optionen wählen. Zum Beispiel die Möglichkeit, Buchungen in Gutscheine für kommende Spielzeiten umzuwandeln. Das Programm für die nächste Saison auf der Seebühne steht bereits weitgehend fest: Dann sollen Webers Oper „Der Freischütz“ und Bernsteins Musical „West Side Story“ aufgeführt werden.

Höchst willkommen ist, wie der Geschäftsführer sagte, in dieser Zeit natürlich die Bereitschaft von Kunden, ihr Kartengeld aus Solidarität den Festspielen ganz oder teilweise zu spenden. Denn noch stehe nicht fest, auf welche Hilfen der öffentlichen Hand die Eutiner Festspiele zählen dürfen, um für die Saison 2020 bereits entstandene Kosten zu decken.

Falk Herzog: „Ich habe großes Vertrauen in den Willen der Landesregierung, dass die Kulturunternehmen in Schleswig-Holstein nicht durch Corona um ihre Existenz fürchten müssen. Und ich bin unserem Schirmherrn, Ministerpräsident Daniel Günther, sehr dankbar für seinen Appell, jetzt die Festspiele nach Kräften zu unterstützen. Wir werden darüber hinaus selbst alles tun, unsere Tradition fortzuführen.“

Dass die Absage zwei Monate vor dem geplanten Saisonstart erfolge, habe auch mit der notwendigen Rüstzeit für die Einrichtung der Spielstätte zu tun. Spätestens in dieser Woche hätte man mit dem Aufbau der Grundbühne sowie der Ton- und Lichttechnik beginnen müssen, damit alles zum vorgesehenen Probenbegin am 18. Mai einsatzbereit gewesen wäre.

Selbst ein späterer Saisonbeginn, beispielsweise Ende Juli, hätte die Saison nicht retten können. Herzog: „Wir brauchen für den erforderlichen Produktionsaufwand einfach eine bestimmte Anzahl von Vorstellungen, damit wir am Ende nicht von einem Defizit erdrückt werden.“

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