Kammerspiel: „Wölfinnen“ – Berührendes Theaterstück über Traumata

Kammerspiel: „Wölfinnen“
Berührendes Theaterstück über Traumata

Der Autor und Regisseur Hans König hat mit „Wölfinnen“ ein viel gelobtes Werk geschaffen. Es geht um Verbrechen, die Frauen erlitten haben und totgeschwiegen werden. Und es geht um die Folgen, die mit der Verweigerung einer Auseinandersetzung für die betroffenen Frauen und auch ihre Nachfahren verbunden sind.

Die Handlung: Susanne pflegt in Quedlinburg ihre sterbende Mutter Waltraut. Kurz vor dem absehbaren Tod Waltrauts erscheint die jüngere Schwester Inga, die schon lange im Westen lebt und ihre Mutter ein letztes Mal sehen möchte.

Die beiden Schwestern haben sehr verschiedene Lebensläufe, Ansichten und Werte. Susanne, die die Mutter jahrelang pflegte, sieht sich als Opfer der Wende und des politischen Systems. Die jüngere Schwester ist als erfolgreiche Akademikerin im Westen „angekommen“.

In einem schmerzhaften Annäherungsprozess entdecken sie, wie sehr die von der Kriegs- und Nachkriegszeit geprägten Verhaltensmuster ihrer Großmutter und Mutter sie geprägt haben. Darüber finden sie langsam wieder einen Zugang zueinander.

Das Stück thematisiert dabei besonders die Übertragungen erlittener Traumata zwischen den Generationen an die Oberfläche. Was Susanne und Inga nicht wissen, zieht sich gleichsam wie ein roter Faden durch das personenreiche und kulissenarme Stück.

Waltraut ist das Kind einer Vergewaltigung ihrer Mutter durch einen Soldaten. Begleitet von einer lebenslangen, mehr oder weniger offenen Ablehnung durch den Mann der vergewaltigten Mutter, der erst Jahre später aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, wurde Waltrauts Geschichte in der Familie aktiv „beschwiegen“. Das hat Folgen für die betroffenen Frauen und ihre Nachfahren.

Bei dem Kammerspiel „Wölfinnen“ führt der Autor Hans König auch Regie. In verschiedenen Rollen agieren die Bremer Schauspielerinnen Irene Kleinschmidt und Franziska Mencz.

Irene Kleinschmidt wurde 1962 in Mecklenburg geboren, nach ersten Theaterengagements in Neustrelitz, Schwerin und Erfurt kam sie 1994 an das Theater Bremen. Dort erhielt sie 1997 den Publikumspreis Silberner Roland und 2007 den Kurt-Hübner-Preis der Bremer Theaterfreunde.

Franziska Mencz war sieben Jahre am Tiroler Landestheater Innsbruck und am Deutschen Theater in Göttingen, bevor sie sich 2004 entschied, freischaffend als Theaterschauspielerin und Rezitatorin in Bremen zu arbeiten.

Hans König war Liedermacher und Kabarettist, bevor er sich dem Theater verschrieb: 1984 war er Mitgründer der Aktionstheatergruppe theatre du pain, als freischaffender Regisseur spezialisierte er sich seit den frühen 1990er Jahren auf Theaterprojekte.

Informationen

Wölfinnen

Besetzung:
Regie: Hans König
Schauspielerinnen:  Irene Kleinschmidt und Franziska Mencz

Tickets / Termine

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Di 19.09.
19:30 Uhr
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