Jan Josef Liefers

Jan Josef Liefers & Radio Doria

Anknüpfend an das große Open-Air-Finale ihrer Tour im Jahr 2019 kündigen Jan Josef Liefers & Radio Doria für das Jahr 2021 unter dem Tournee-Titel „Nah“ eine Rückkehr zu ihren Akustik- und Singer/Songwriter-Wurzeln an. Dabei setzen sie auf musikalische Intimität und kommen ihren Fans im Herzen ganz nah – halten aber den Corona bedingten erforderlichen Mindestabstand ein – versprochen!.

Neben neuen Arrangements, mit denen sie die Highlights ihrer letzten Studioalben neu interpretieren, werden Jan Josef Liefers & Radio Doria erstmals brandneue Titel präsentieren. Für Jan Josef Liefers & Radio Doria ist der Fokus auf akustische Klänge und klassisches Lagerfeuer-Feeling eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln – schließlich hatte der als Kind doch eher schüchterne Jan Josef Liefers damals überhaupt erst angefangen Gitarre zu spielen, weil er sich erhoffte, damit am Lagerfeuer Eindruck schinden zu kennen.

Längst ein Bühnenprofi und mit dieser Band seit inzwischen 20 Jahren aktiv, erfinden sich Jan Josef Liefers & Radio Doria unter dem Motto „Weniger ist mehr“ neu. „2021 dimmen wir die Scheinwerfer ein wenig, drehen die Verstärker leiser – und die Seele dafür lauter“, sagt Keyboarder Gunter Papperitz über die anstehenden Konzerte.

Jan Josef Liefers: In Eutin darf er nichts „versemmeln“

Mit der Band Radio Doria tritt Jan Josef Liefers am 4. September bei den Eutiner Festspielen auf. Hier spricht er über das Konzertprogramm in Zeiten von Corona und seinen Anspruch, auf der Seebühne eine gute Show zu bieten.

Herr Liefers, Sie haben mit Ihrer Band bereits 2019 der für 2020 geplanten Tournee den Titel „Nah“ gegeben. Empfinden Sie das im Nachhinein als wundersam prophetisch?
Ja, das nennt man Ironie des Schicksals. Man will kuscheln und muss stattdessen auf maximale Distanz gehen. Wir haben extra ein Lied geschrieben, das heißt "Nah oder gar nicht“ Die Pandemie nahm uns beim Wort, zeigte uns den Mittelfinger und entschied: dann gar nicht! Umso besser, dass das lange Schweigen nun in Eutin ein Ende haben wird.

In der Ankündigung zu diesem Tourneeprogramm ist viel von „back to the roots“, von Lagerfeuerromantik, akustischer Gitarre etc. die Rede. Haben Sie dafür auch Folksongs von Seeger, Dylan oder Peter, Paul and Mary im Programm – oder sind alle Titel im Konzert eigenes Liedgut?
Wir spielen eigentlich immer unsere eigenen Songs. Sehr selten mal ein Cover. Nach ein paar Jahren Breitwand-Gitarren-Pop freuen wir uns auf akustischere Klänge, immer öfter auch mit eigentümlichen Instrumenten. Aber keine Sorge, es kommt schon auch noch ganz schön viel Rabatz von der Bühne.

Max Raabe hat für seine Konzerte bei den Eutiner Festspielen dem Publikum versprochen, das Wort Corona nicht in den Mund zu nehmen. Wie wollen Sie das halten?
In den Mund nehmen möchte ich „Corona“ auch nicht. Wir sind zwar inzwischen alle brav geimpft, aber das Wort schmeckt einfach zu bitter. Trotzdem hat es unser aller Leben verändert. Vielleicht für immer. So tun, als hätte es die anderthalb vergangenen Jahre nicht gegeben, käme mir auch falsch vor.

Spüren Sie für sich noch Erklärungsbedarf für „Alles dichtmachen“ - oder ist das Thema schlicht erledigt für Sie?
Das war eine Einmischung in die eigenen Angelegenheiten. Vielleicht auch ein Versuch, sich aus dieser starren, staatlichen und medialen Corona-Umklammerung mal zu befreien. Der Shitstorm war schnell vorbei, dafür melden sich bis heute täglich Menschen, die uns richtig verstanden haben und einen Moment lang froh waren, nicht die einzigen zu sein, die am Sinn vieler Maßnahmen zweifelten. Aber es ist auch abgehakt. Wir schauen nach vorne!!

Im September wird der Bundestag neu gewählt. Können wir in den brandneuen Titeln irgendeine leise Wahlempfehlung heraushören?
Die einzige Wahlempfehlung ist, zur Wahl zu gehen. Jeder Mensch hat einen Kopf und weiß, was ihm wichtig ist. Mir zum Beispiel ist Freiheit wichtig, ich brauch nicht so viel Staat in meinem Privatleben.

Für die Eutiner Festspiele ist Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ quasi das Stammwerk, damit wurde 1951 in Webers Geburtsstadt die Tradition der Freilichtoper begründet. Haben Sie einen persönlichen Bezug zum „Freischütz“?
Also, ich habe mich zwar nicht mit dem Teufel eingelassen und mit dessen Zauberkugel meine Braut erschossen, aber einige andere Bezüge hätte ich zu bieten. Der Kollege Weber schrieb die Oper 1817 bis 1820 in Dresden, wo er Hofkapellmeister war und ich geboren wurde! Allerdings unwesentlich später. Für die Wolfsschlucht-Szene, so erzählte es mir immer meine Oma, sei eine Schlucht in der Sächsischen Schweiz das Vorbild gewesen. Dorthin gingen immer unsere Schul-Wandertage. Lassen Sie das gelten?

Klar doch. Obwohl die Eutiner gern sagen, die Wolfsschlucht in den Kasseedorfer Tannen dicht bei Eutin könnte Weber beim Komponieren vorgeschwebt haben… Letzte Frage: Sie mögen den direkten Kontakt zum Publikum. Was erwarten Sie dazu nach ihren jüngsten Konzerten in Überlingen und Bad Vilbel beim Gastspiel in Eutin?
Ich bin aufgeregt. Es ist die Geburtsstadt meines Freundes und Partners beim Münster-Tatort Axel Prahl. Der kriegt es ja sofort raus, wenn Ich was versemmele. Ansonsten bin ich zwar nicht an der Ostsee geboren, habe aber fast alle Ferien meiner Kindheit und Jugend hier verbracht. Auf der Ostseite natürlich. Aber Ostsee ist Ostsee, und ich mag die Menschen hier oben. Also drücken Sie uns die Daumen, das wird gut! Und sagen Sie allen, dass sie lieber zu uns kommen sollen, als zu Hause Glotze zu gucken. Samstagabend, das heißt, es läuft sowieso kein Tatort und niemand verpasst was!

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