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Zwischen Boxhandschuh und Pistole

aus: shz-Online – von: Constanze Emde

Bild Constanze Emde: Romely Pfund und Hardy Rudolz (v.l.) freuen sich ebenso auf die Zusammenarbeit wie Patricia Hodell und Thomas Schirano, der als Ganove in diesem Jahr Shakespeare zitieren darf.

EUTIN Nur noch drei Monate, dann wird die 69. Spielzeit der Eutiner Festspiele mit dem Musical „Kiss me, Kate“ am 28. Juni eröffnet. Die Vorfreude steige von Tag zu Tag, sagte Festspiele-Sprecherin Ulrike Horstmann gestern bei der Vorstellung des Musical-Ensemble.

Für die beiden Hauptrollen in der musikalischen Version der Shakespeare-Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ hat Regisseur Hardy Rudolz zwei international erfolgreiche Musical-Stars engagiert: Patricia Hodell und Peter Bording verkörpern das geschiedene Paar, das auf der Bühne noch einmal als Katharina und Petruchio gemeinsam auftritt. Doch hinter den Kulissen entwickeln sie zugleich als Lilli und Fred eine ganz eigene Fassung ihres privaten Rosenkrieges, der auch vor den Shakespeare-Stück nicht Halt macht.

„Die Zuschauer werden ganz viel zu lachen haben“, sagte Rudolz. Aus zahlreichen Bewerbern lud das Festspiele-Team im Herbst zur „Audition“ etwas mehr als 90 Sängerinnen und Sänger ein, um „die perfekte Besetzung“ für die Rollen zu finden – und Rudolz zeigte sich sehr zufrieden. „Ich habe zwei der Rollen selbst Jahre lang gesungen, dann ist die Auswahl doppelt schwer. Auch, weil man viele Künstler persönlich kennt, aber mit diesem Ensemble wird sich unser Shakespeare sehr gut präsentieren“, sagte Rudolz.

Die gebürtige Schweizerin Patricia Hodell hat seit ihrem Musical-Studium in New York an mehr als 30 großen Musical-Produktionen mitgewirkt. „Ich freue mich sehr auf die Rolle und auf Eutin. Ich liebe es draußen zu spielen, bin dank der Thunerseespiele wetterfest und Open-Air erprobt“, sagt Hodell. Schon im Studium habe sie sich mit „Kiss me, Kate“ befasst und für sie gehe ein Wunsch in Erfüllung. Groß sei die Freude auch gewesen, als sie erfuhr, dass Thomas Schirano einen der Ganoven spiele. Vergangenen Sommer begeisterte er das „My Fair Lady“-Publikum als „Vater Doolittle“. Für Patricia Hodell bleibe er „Horschtl“, sie für ihn „Hannelore“ – zwei Rollen, die sie während eines gemeinsamen Engagements auf einem Weltreise-Kreuzfahrtschiff für die Gäste an Bord spielten. „Die Festspiel-Familie kommt zusammen“, fasste Ulrike Horstmann die Freude über das Wiedersehen zusammen, die in jeder Saison immer wieder groß sei.

An Hodells Seite spielt Peter Bording. „Ein groß gewachsener schöner Mann mit traumhafter Stimme“, schwärmte Rudolz. Die Rolle des Petruchio und Fred hat er bereits an der Komischen Oper in Berlin sowie am Musiktheater in Essen gespielt. Für die Tanzeinlagen, unverzichtbar für jedes Musical, sorgt wie im vergangenen Jahr Choreograf Vanni Viscusi, der ähnlich begeistert wie Hardy Rudolz vom Bühnenbild von Jörg Brombacher sei.

Romely Pfund zeichnet in dieser Saison als musikalische Leiterin wieder verantwortlich für den Chor und das Dirigat. „Ich habe im letzten Jahr die professionelle Zusammenarbeit mit Hardy Rudolz sehr genossen. Mit ,KaPhil‘ habe ich ein tolles Ensemble von engagierten Klassikern und Musicalexperten“, sagte Pfund. Die Herausforderung sei „schwere Literatur leicht darzubieten“, dafür habe sie selbst viel üben müssen. Es werde Bigband-Sound geben. Unter den 27 Musikern werden vier Saxophone und zwei Schlagzeuge sein. Damit die schönen Stimmen und humorigen Texte trotz Big-Band-Sounds verstanden werden, seien die Microports so wichtig, betonte Rudolz. „Ich danke an der Stelle ausdrücklich Falk Herzog, der so hinter den Festspielen steht. Wenn Eutin diesen Mann nicht hätte, wären wir nicht hier.“ Das, was letztlich auf der Bühne applaudiert werde am Ende eines Abends, wäre ohne die Arbeit der vielen wichtigen Menschen, die dann nicht gesehen werden, gar nicht möglich, betonte Rudolz, der die Arbeit der Eutiner Festspiele als „höchst professionell“ zu schätzen wisse: „Hier läuft einiges besser als an einem hoch subventionierten Theater.“

Die Arbeit hinter der Bühne bleibe den Gästen oft verborgen, die bewerten, was gezeigt werde. Doch auch da scheine der eingeschlagene Weg mit der Mischung aus Musical und Oper ein guter, so Geschäftsführer Falk Herzog: „Wir liegen mit 12 400 verkauften Karten aktuell über 30 Prozent des Vorjahresmonats und über dem Gesamtverkauf von 2017.“ Neben der Investition in die Technik dürfen sich die Gäste auch über neues Lichtdesign freuen, für das Rolf Esser gewonnen werden konnte.

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