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Wildgänse und grosse Oper

aus: orpheus, Ausgabe Mai/Juni 2019 von Stephanie Japp

Jedes Jahr im Sommer wird der Osten Schleswig-Holsteins zu einer norddeutschen Festivalhochburg, seit 1951 stehen die EUTINER FESTSPIELE für Operngenuss und Naturerlebnis gleichermaßen

Schloss Eutin (links) und die Eutiner Festspiele (rechts) am Großen Eutiner See
Schloss Eutin (links) und die Eutiner Festspiele (rechts) am Großen Eutiner See

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Anlässlich des 125. Todestages des 1786 in Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber wollte der damalige Musikdirektor Andreas Hofmeier mit zwei Aufführungen von Webers berühmtester Oper »Der Freischütz« dessen Erbe im regionalen Kontext hochhalten – und stieß auf reges Interesse in der Bevölkerung. Bei den ursprünglich geplanten zwei Aufführungen ist es nicht geblieben – die »Sommerspiele Eutin« waren geboren. Im Jahr 2000, zur 50. Spielzeit, bekam das Festival schließlich seinen heutigen Namen: »Eutiner Festspiele«.

Seit vielen Jahren sind diese nun bereits kulturelles Highlight einer Stadt, die aufgrund ihrer Beliebtheit bei Dichtern und Malern seit dem 18. Jahrhundert den Spitznamen »Weimar des Ostens« trägt. Aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und selbst aus Nordrhein-Westfalen reisen die Festivalbesucher an, um dieses sehr besondere Ambiente von Musik und Natur auf der größten Festivalbühne Norddeutschlands zu erleben. Direkt am Ufer des Großen Eutiner Sees gelegen, eingebettet in den herzoglichen Schlosspark samt Schloss, liegt die 1880 Sitz-plätze umfassende Seebühne. Das ganze Ensemble – die ehemalige Sommerresidenz der Herzöge von Oldenburg – wurde 1992 an die Stiftung Schloss Eutin übergeben.

Wer hierher reist, den erwartet Musiktheater und Naturkulisse. Ob Oper, Operette oder Musical – die typisch norddeutsche Landschaft mit den Geräuschen der einbrechenden Dämmerung und der leichten Brise, die über den See streicht, sind Teil jeder Inszenierung und perfektionieren den orchestralen Klang des bewährten Festivalorchesters, der Kammerphilharmonie Lübeck. Wie Intendantin Dominique Caron es treffend benennt: »Die Wildgänse werden uns begleiten.« Seit 2011 leitet sie die Festspiele und ist froh darüber, dem sommerlichen Spektakel auch eine gute wirtschaftliche Grundlage verschafft zu haben. »Man sollte nie vergessen, dass man sich sein Publikum in jedem Jahr neu erobern muss. Nichts kommt von alleine. Auch wenn wir die letzten Jahre durchgehend geglänzt haben mit starken Besetzungen und interessanten Werken.«

Ganz nebenbei werben Residenzstadt und umliegendes Land mit einem Kurzausflug in die herrschaftliche Lebenskultur des 18. Jahrhunderts. Nicht umsonst gilt diese Gegend mit ihren über 200 Seen, der sanften, hügeligen Landschaft und dem 168 Meter hohen Bungsberg – der höchsten Erhebung Schleswig-Holsteins übrigens – als eine der schönsten und sehenswertesten Deutschlands.

Wer am Ende noch Zeit findet, Schloss und Orangerie zu besichtigen, der sollte sich nicht entgehen lassen, auch einen Blick auf ein ganz besonderes Möbelstück zu werfen: Im sogenannten »Parade-raum« des Schlosses steht ein riesiges Bett aus vergoldeter Eiche. Ursprünglich für den Besuch des Königs Friedrich II von Preußen gebaut, der dann aber doch nicht zum Besuch erschien, erlangte es große Bekanntheit – nämlich, als sich Liza Minelli 1972 für den Film »Cabaret« darin räkelte.

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