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Wettbewerb für neue Festspiel-Tribüne kann ausgeschrieben werden

aus: OHA-Online von Constanze Emde


Fördermittel sind bereit, jetzt braucht es die notwendige Planung. Eutin sucht Team aus Ingenieuren, Architekten und Landschaftsplaner für Entwürfe.

Die europaweite Ausschreibung für eine Wettbewerb kann beginnen.
Die europaweite Ausschreibung für eine Wettbewerb kann beginnen.

EUTIN | Es kann losgehen: Der Bauausschuss hat in seiner Sondersitzung am Mittwochabend die Ausschreibung für den „nicht-offenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren für den Ersatzneubau der Freilichttribüne der neuen Eutiner Festspiele“ beschlossen.

Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Die Fördermittel stehen bereit, was noch fehlt, ist ein ästhetischer und zugleich praktischer Entwurf, der auch umgesetzt werden kann.

Europaweite Ausschreibung erfolgt im September

Die Ausschreibung für den dafür notwendigen Wettbewerb wird Anfang September europaweit veröffentlicht und interessierte Büros haben vier Wochen Zeit, ihre Bewerbung einzureichen, erklärte Dieter Richter vom Büro Richter Architekten und Stadtplaner aus Kiel. Er ist der von der Stadt Eutin ausgewählte Verfahrensbetreuer. „Von allen Bewerbungen werden dann sieben Teams ausgewählt, die Anfang Oktober in die Bearbeitung einsteigen“, so Richter weiter. Zu Beginn sei ein Kolloquium geplant, in dem Zeit für Rückfragen zwischen Preisrichtern und Teilnehmern sei. Die Arbeiten müssen kurz nach dem Jahreswechsel eingereicht werden, denn am 1. Februar 2021 soll laut Zeitplan das Preisgericht den Sieger unter den eingereichten Entwürfen wählen.

Interdisziplinärer Wettbewerb begrenzt möglicherweise die Bewerberzahl

Das Besondere am Eutiner Wettbewerb für die Tribüne sei, dass nicht nur eine Architektenleistung erwartet werde, sondern sich Teams aus Tragwerksplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur für die Freiraumplanung zusammen finden müssen. Die Zeitplanung an sich sei, so Richter, angemessen für das geplante Projekt. „Was nicht so recht abzuschätzen ist bei einem solchen interdisziplinären Wettbewerb, ist die Zahl der Bewerber. Die Büros sind derzeit alle gut ausgelastet. Bei reinen Architekturleistungen haben wir in der Regel zwischen 20 und 30 Bewerbungen. In diesem Fall würden mir bundesweit 15 Bewerbungen reichen, damit wir auch etwas zum Auswählen haben“, machte Richter offen deutlich auf die Frage des Ausschussvorsitzenden Klaus Kibbel (SPD), ob die Planung realistisch sei und worin er Probleme vermute. „Die Selbstverwaltung wird nicht der Hemmschuh dieses Projektes sein“, betonte Kibbel.

Bau-Umsetzung von Herbst 2022 bis Sommer 2023 geplant

Ist der Siegerentwurf gekürt, gehen die Abstimmungen mit den politischen Gremien weiter: Im Februar 2021 soll der Bauausschuss tagen, im März die Vergabe der Tragwerks- und Architektenplanung erfolgen und im Juli 2021 die Stadtvertretung ihre Freigabe erteilen, erklärt Susanne Stange vom zuständigen Stadtplanungsamt. Im Februar 2022 soll die Vergabe schließlich vorbereitet werden, um nach Spielzeitende 2022 vom September bis kurz vor Spielzeitbeginn 2023 im Juni am grünen Hügel bauen zu können.

Festspiele danken für Beteiligung beim für sie so wichtigen Projekt

Festspiele-Geschäftsführer Falk Herzog bedankte sich im Ausschuss bei den politischen Gremien sowie der Verwaltung für die bisherige konstruktive Zusammenarbeit und den ambitionierten Zeitplan. Das Problem der Festspiele sei, dass nur zwischen den Spielzeiten gebaut werden könne und dem werde Rechnung getragen. „Wir können nur im Herbst mit dem Bau beginnen und haben ein enges Fenster zwischen den Spielzeiten“, sagte Herzog. Herr des Verfahrens sei die Stadt. Herzog freute sich aber, dass die Festspiele „auf der Rückbank sitzen“ und einbezogen werden: „Es ist gut und wichtig, dass wir beteiligt werden, damit wir am Ende als Festspiele auch einen Nutzen von der Tribüne haben.“ Für Eutins kulturellen Leuchtturm sagte der Bund bislang 5,5 Millionen Fördermittel zu, weitere 300.000 Euro das Land und Eutin plant im Haushalt 600.000 Euro für den Ersatzbau der Festspieltribüne ein. Mit dem Landrat liefen Gespräche, der Kreis sei sich seiner Co-Finanzierung bei der Bedeutung der Festspiele für die Region bewusst, teilte Bürgermeister Carsten Behnk dem Ausschuss vor der Sommerpause mit. Was an Fördermitteln on top komme, könne für weitere Module wie die Überdachung genutzt werden, so Behnk.

Falk Herzog lobte schnelle Corona-Kulturhilfe des Landes

Herzog nutzte die Chance im Ausschuss auch, um von der schnellen Kulturhilfe in Corona-Zeiten zu berichten: „Wir haben vom Land zügig und unbürokratisch Unterstützung bekommen, sodass wir den Künstlern knapp die Hälfte an Ausfallhonorar zahlen konnten und wir sind aktuell dabei uns auf die Saison 2021 vorzubereiten.“

Schon im Wettbewerb Tragwerksplanung, Architekten und Landschaftsarchitekten zu kombinieren, hält Herzog für „eine pfiffige Lösung“, die nicht nur künstlerisch schöne Entwürfe beschere, sondern bei der auch die Umsetzung beim Bau von Anfang an bedacht werde.

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