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Probenbeginn für den Maskenball

aus: OHA-Online von Constanze Emde

EUTIN Ein hochkarätig besetztes Ensemble, ein Dirigent, der keinen Schmerz kenne und die Herausforderungen der Oper zu schätzen weiß und eine Intendantin, die sich mit einem gelungenen Stück von der Festspielbühne verabschieden will – all das erwartet die Besucher ab 12. Juli in Verdis Oper „Ein Maskenball“. Gesungen wird in „Un ballo in maschera“, wie der Originaltitel des Werkes heißt, auf italienisch.

Drei Wochen bleiben Dominique Caron und Hilary Griffiths samt Ensemble, um die „komplizierte, nicht zu unterschätzende Oper“, wie Dirigent Griffiths bemerkt, auf die Bühne zu bringen und so zu inszenieren, dass es „eine beeindruckende Visitenkarte für die Oper bei den Festspielen“ sei. Dies ist Ziel der scheidenden Intendantin Dominique Caron.

Ihr Ensemble lobt Caron in den höchsten Tönen: „Ich bin glücklich, dass mir für die anspruchsvollen Rollen ganz wunderbare Sängerinnen und Sänger zugesagt haben. Die meisten von ihnen debütieren sogar hier in Eutin mit ihren Maskenball-Partien. Ich freue mich sehr auf unsere Zusammenarbeit.“

Mit Hale Soner als Page Oskar kehrt die türkische Sängerin auf die Seebühne zurück, die 2018 als Violetta in „La Traviata“ das Publikum entzückte. Seit 2013 („Carmen“) gastierte die Mezzosopranistin Milana Butaeva mehrfach mit großem Erfolg bei den Festspielen. Diesmal wird sie die Unheil verkündende Wahrsagerin Ulrica verkörpern. Erstmals dabei ist die gebürtige Schwedin und Sopranistin Signe Ravn Heiberg vom Theater Lüneburg als die vom schwedischen Monarchen umworbene Amelia.

Für die männlichen Hauptrollen hat Dominique Caron überwiegend neue Sänger an der Seebühne engagiert. Die Partie des Königs (Gustavo) gestaltet der griechische Tenor Angelos Samartzis, seit 2017 festes Ensemblemitglied des Saarländischen Staatstheaters. Den Attentäter Graf Ankerström verkörpert Kammersänger Tomohiro Takada aus Kiel, weitere Solopartien gestalten Milcho Borovinov (Bulgarien), Philip Björkqvist (Finnland) und Junggeun Choi (Südkorea), der den Preis der Festspiele beim Maritim-Gesangswettbewerb 2018 gewann.

Spürbare Freude brachte Caron auch über die Zusage von Hilary Griffiths für Oper und Gala-Abend zum Ausdruck. Hilary Griffiths hat in seiner langen Karriere bei Verdis „Un ballo in maschera“ bereits in Köln, Oberhausen, Hannover, Prag, Hongkong und auf Teneriffa am Pult gestanden. Und 2002 in Eutin, bei der zweiten Inszenierung dieser Oper nach 1961 in der langen Geschichte der Festspiele. Griffiths erinnert sich noch gut an die Umstände vor 17 Jahren: „Die Generalprobe musste abgebrochen werden, da ein Teil des Bühnenbilds von den stürmischen Böen losgerissen wurde! Trotzdem ist das Stück sehr gut für die Freilichtbühne geeignet, vor allem der 2. Akt, der draußen auf einem einsamen Hügel stattfindet. Besonders liebe ich bei dieser Oper die Ensembles und die grandiose Schlussszene.“ Dazwischen seien immer wieder schöne Arien, doch musikalisch herausfordernd und besonders seien die Ensembles. Auch der Moment des eigentlichen Maskenballs gegen Ende gestalte er mit Caron so, dass ein Streichquartett sichtbar auf der Bühne spiele. Mit dem neuen Bühnenbild und dessen Konstruktion gelinge es, die Oper im Schloss spielen zu lassen und durch Requisiten und die wendbaren Elemente im Zwischenraum des Bühnenbildes aber auch in der Szene des Galgenberges das Schicksal, den Tod und das Unheil zu thematisieren und darzustellen, so Caron. Sie betonte eine der größten Herausforderungen in jedem Jahr auf der Festspielbühne: „Wir haben keinen Theatervorhang, die Menschen müssen von Anfang an zu hundert Prozent in ihrer Rolle sein und das auch bleiben bis zum Schluss. Die Zuschauern sehen einfach alles.“

Bei ihrer Inszenierung kann Dominique Caron auf die Assistenz und Choreografie von Olaf Reinecke bauen. Fürs Bühnenbild zeichnet Jörg Brombacher verantwortlich, für die Kostüme ist Martina Feldmann zuständig. Die Beleuchtung obliegt Rolf Essers, die Produktionsleitung hat Anna-Luise Hoffmann. Den im „Maskenball“ immens wichtigen Chor leitet Romely Pfund; Korrepetitor ist wieder Francesco de Santis, der bereits seine fünfte Spielzeit auf dem grünen Hügel hat. „Mein Anspruch ist immer, den Menschen Freude an den Festspielen zu geben. Wenn das gelingt, kann ich stolz sein auf das, was ich in Eutin hinterlasse“, sagt Dominique Caron.

Premiere feiert die Verdi-Oper am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen sind am 13., 19., 26. Juli sowie am 3., 9. und 22. August. emd/oha

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