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Nachruf

Traurige Nachricht für alle Freunde der Eutiner Festspiele: Der langjährige Intendant Siegfried Grote ist am Dienstag in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen an den Folgen einer Sturzverletzung gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Siegfried Grote
Siegfried Grote

Siegfried Grote bestimmte von 1989 bis 2004 meisterhaft das künstlerische Geschehen auf der Freilichtbühne. Er führte hier bei zwei Dutzend Opern, Operetten und dem Musical „Anatevka" Regie, entwarf dafür Bühnenbilder, arbeitete auch als Dramaturg; vor allem aber sorgte er immer ebenso verständnisvoll wie ordnend für eine familiäre Wohlfühl-Stimmung im Ensemble. Unter seiner kundigen Führung erlebten die Festspiele die bislang erfolgreichsten Jahre ihrer Bühnengeschichte.

„Siegfried Grote hat den Festspielen viel Wärme und Substanz gegeben. Er hat hier mit seiner großen Liebe zur Musik eine Ära geprägt. Sein Tod ist für die Festspielfamilie und viele Menschen in Eutin ein schmerzlicher Verlust. Unser Mitgefühl gehört seiner Ehefrau Brigitte und den Angehörigen", sagte Festspiele-Intendantin Dominique Caron in einem offiziellen Nachruf aus der Opernscheune.

Die Musik hat Siegfried Grote ein Leben lang auf Du und Du begleitet. Noch im hohen Alter bekannte er, dass ihn „La Bohème" immer wieder zu Tränen rühre: „Ich weiß genau, was passiert, aber wenn bei Mimi das letzte Lebenslicht erlischt, dieser Stillstand, diese Totenstille, und dann setzt das Orchester mit einem Fortissimo ein, das erleb' ich immer wieder neu." Genauso treu blieb Siegfried Grote seinem Regie-Prinzip, „nicht mich selbst, sondern Werke zu interpretieren: Verdi wie Verdi, Weber wie Weber."

Als Junge lernte er Klavier spielen, dann studierte er an der Folkwang-Hochschule in Essen Musik und Theaterwissenschaften. Seine erste eigene Regiearbeit war Puccinis „Madame Butterfly" in Gelsenkirchen, von wo er nach sechs Spielzeiten an die Bühnen der Stadt Essen wechselte und nebenbei auch als Dozent an künstlerischen Hochschulen zu arbeiten begann. Seine Theaterkarriere führte ihn in der Folge von Flensburg bis Augsburg, von den Niederlanden bis Österreich. Dabei entwickelte er ein besonderes Faible fürs Freilichttheater, mit langjährigen Stationen in Tecklenburg und Schloss Weikersheim.

Nahezu folgerichtig kam der „Mann des Theaters" dann nach Eutin. Unter drei Bewerbern wurde Siegfried Grote im Juni 1988 mit großer Mehrheit von den Gesellschaftern der Eutiner Festspiele GmbH zum Nachfolger des damaligen Intendanten Gerd Nienstedt gewählt. Er hatte bereits 1983 als Gastregisseur mit Lortzings „Zar und Zimmermann" in Eutin großen Eindruck gemacht – eine Oper, mit deren volkstümlich gescheiter Inszenierung Grote drei Jahre in Folge ab 1993 einen veritablen Publikumsrenner für Eutin schuf und mit der er sich nach 16 beifallsumrauschten Spielzeiten unter den Augen des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler im August 2004 als Meister der Freilichtbühne verabschiedete.

Als feinsinniger, in allen Bereichen des Musiktheaters bewanderter Allroundkünstler und durch seine unnachahmlich menschliche Umgangsweise hat sich Siegfried Grote in Eutin bleibendes Andenken und darüber hinaus eine große Freundesschar in der Welt der Musik erworben. Gerhard Voss, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Eutiner Festspiele GmbH. formulierte bei einem Festakt im April 2005 die hohe Wertschätzung für seinen langjährigen Kompagnon in der Führung der Festspiele treffend so: „Siegfried Grote hat sich bereits zu Lebzeiten in Eutin als Intendant und Regisseur als Glücksfall für die Festspiele ein Denkmal gesetzt."

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