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Nach Absage: Dankbar für die Welle der Sympathie

aus: SHZ-Online von Constanze Emde

Die Festspiele freuen sich über Reaktionen der Gäste und blicken nach vorn: Freischütz und West-Side-Story in 2021.

Eutin | An der Opernscheune sind die ursprünglichen Pläne für die Festspiel-Saison 2020 noch auf farbigen Plakaten sichtbar. Beim Aufhängen im vergangenen Spätsommer dachte keiner daran, dass ein Virus die Vorstellungen des Festspiele-Teams derart durchkreuzen könnte, dass noch vor dem eigentlichen Probenstart die diesjährige Saison abgesagt werden muss (wir berichteten). Nicht einmal die Kunden. Sie kauften zahlreich seit dem Herbst, sogar 15 Prozent mehr als im Vorjahr, um eine Opern- oder Musical-Aufführung auf dem Grünen Hügel in Eutin zu besuchen. Allein die Tatsache veranlasst das Team um Geschäftsführer Falk Herzog zur Freude in dieser Zeit, denn die Beteiligten wissen: „Es hätte eine neue beste Saison werden können“ und „Die Menschen vertrauen den Festspielen und finden sich im eingeschlagenen programmatischen Kurs wieder“.

Spendenbereitschaft freut die Festspiele

„Dieses Vertrauen wollen wir in keinem Fall enttäuschen, deshalb haben wir uns auch für die verschiedenen Möglichkeiten bei der Rückgabe oder der Umwandlung entschieden und liegen mit vier Jahren Gültigkeit der Gutscheine auch deutlich über den gesetzlichen Regelungen, die nur von einem Jahr ausgehen“, macht Falk Herzog in einer Pressekonferenz am Freitagmittag deutlich. Die Rückmeldungen bislang gleiche einer Welle der Sympathie im Internet udn am Telefon. Die Spendenbereitschaft sei überraschend hoch, sagte Marketing- und Konzertkassenverantwortliche Ulrike Horstmann. Von aktuell 700 Anträgen, wollten weniger als 20 Prozent eine finanzielle Rückerstattung; der Rest tauschte gegen Gutscheine oder spendete sein Ticket – für alles haben wir Verständnis, für Umtausch oder gar Spende sind wir sehr dankbar“. Wer Fragen habe, könne anrufen, die Leitungen seien ins Home-Office geschaltet. „Für die Bearbeitung bitten wir um Geduld, denn jeder einzelne Vorgang muss geprüft und individuell bearbeitet werden“, sagte Herzog.

Künstler sind traurig, nicht in Eutin zu sein

Die Entscheidung, die Saison abzusagen, sei richtig gewesen für die Gäste, das Ensemble und die Mitarbeiter. Da sind sich alle in der Opernscheune einig. Und doch können Herzblut-Festspiel-Menschen wie Produktionsleiterin Anna-Luise Hoffmann ihren Kloß im Hals nicht ganz verbergen. „Verdaut ist das noch nicht, dass wir nicht spielen. Aber die Künstler geben uns trotz Existenzängsten ein positives Feedback und zeigen Verständnis dafür. Die Trauer, dass sie in diesem Sommer nicht hier sein können, ist bei allen groß.“ Keine Vorstellung – keine Gage, so wird es an vielen Häusern gehandhabt. Für Orchester und Künstler kommen die Corona-Schutzmaßnahmen einem Berufsverbot gleich. Und sie fallen durch das Raster der vielfach aufgespannten Rettungsschirme. „Wir prüfen gerade in verschiedenste Richtungen, und wollen mit unseren begrenzten Mitteln alles dafür tun, dass die Künstler vernünftig abgefunden werden“, machte Herzog deutlich. Ob Kurzarbeit oder Ausfallhonorare eine Möglichkeit seien, werde geprüft.

Förderer senden positive Signale

Die wichtige Botschaft: „Die Festspiele hatten glücklicherweise zwei gute Jahre und erfahren durch diesen Verlust keine existenzielle Bedrohung.“ Außerdem haben bislang alle Fördermittelgeber (Land, Stadt, Kreis zusammen 290.000 Euro) positive Signale gesendet, dass die Festspiele die Gelder trotz Absage behalten können, so Herzog. Fixkosten und Kosten für die laufende Saison wie Kostüme (fast alle fertig), Bühnenbild (fehlt nur noch der Maler), sowie Regie und Choreografie lägen über den Fördermitteln.

Das Land hat einen Fördertopf eingerichtet, mit dem verhindert werden soll, dass nicht-öffentlich getragene, institutionell geförderte Einrichtungen durch Corona in finanzielle Schieflage geraten. Auch die Festspiele hoffen, einen Teil des derzeit grob geschätzten Minus von rund 600.000 Euro daraus erstattet zu bekommen.

West-Side-Story und Freischütz kommen in der 70.Spielzeit auf die Bühne

Bleibt der Blick auf die 70. Spielzeit der Festspiele: „Im Juni 1821 wurde der Freischütz im Theater am Gendarmenmarkt in Berlin uraufgeführt, am Dirigentenpult stand der Komponist Weber selbst. Dieses Jubiläum wollen wir als Eutiner Festspiele gebührend feiern“, versprach Ulrike Horstmann. Und Falk Herzog, als bekennender Fan des Musicals West-Side-Story freut sich, dass das das Musical 2021 in Eutin sein wird. Die Rechte an den Musicals seien deutlich vor Corona erworben worden, sodass die Festspiele nun in Gesprächen mit den Verlagen sind, ob die geplante Saison 2020 in 2022 gezeigt werden kann – Kostüme und Bühnenbild gebe es bereits, mit den Künstlern sowie den Verantwortlichen hinter der Kulisse werde gerade vertragliches dazu geregelt. Auch die Termine für die 70. Spielzeit würden in Kürze mit den Beteiligten abgestimmt, um Umbuchungen und Vorverkauf für die neue Saison zu ermöglichen.

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