Ticket-Hotline:  +49 4521 8001-0
  Öffnungszeiten:  Mo - Do | 9:00 - 12:00 Uhr

Festspiele haben Potenzial

Die Eutiner Festspiele können für die Zukunft zuversichtlich auf eine solide Entwicklung bauen. Voraussetzung dafür sind aber kontinuierliche Verbesserungen bei der programmatischen, organisatorischen und finanziellen Ausrichtung der Festspiele. Das ist in Kurzform das Ergebnis einer Unternehmensberatung durch die Firma actori.

Die bundesweit im Kulturbereich tätige Strategieberatung aus München war im April beauftragt worden, das Auf und Ab der Eutiner Festspiele seit dem Jahr 2000 zu analysieren und den Handlungsbedarf für eine gesicherte Zukunft zu definieren. „Wir wollten wissen, ob wir nicht nach Jahren der existenziellen Krisen nervenschonend einfach einen Schlussstrich ziehen sollten. Oder was zu tun ist, um die Festspiele stabil zu machen und für viele Menschen wieder mit positiven Erlebnissen und Gedanken zu verbinden“, sagte Geschäftsführer Falk Herzog am Dienstag in einer Pressekonferenz. Er betonte, dass die Unternehmensberatung unter dieser Prämisse ergebnisoffen an die Aufgabe herangehen sollte.

„Das Potenzial ist da“, sagte Philipp Leist von der Strategieberatung actori in der Pressekonferenz. „Die Eutiner Festspiele können noch immer viele Besucher aktivieren – das hat die Saison 2018 gezeigt. Jetzt muss es darum gehen, die Weichen für weitere erfolgreiche Jahre zu stellen.“ actori benennt dazu in dem Gutachten drei Kernbereiche: Konsolidierung, Professionalisierung sowie Profilierung.

Für eine erfolgreiche Konsolidierung sieht actori sowohl die Steigerung des Zuschussanteils am Gesamtbudget als auch der Erträge insgesamt als erfolgsrelevant an. Grundlegend für einen dazu notwendigen Ausbau der Aktivitäten ist die ausstehende Sanierung der veralteten Infrastruktur rund um die Freilichtbühne. Auch die Anzahl der Veranstaltungen dort, die im städtebaulichen Vertrag auf maximal 35 in den drei Sommermonaten festgelegt ist, hat Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Festspiele. Beides sollte laut actori möglichst zeitnah verhandelt werden. Flankierend müsse der Ausbau der Aktivitäten mit verstärkten Marketing- und Vertriebsaktivitäten begleitet werden.

Ebenso wichtig ist es laut actori, die Profilierung der Eutiner Festspiele wieder zu schärfen und die Programmaktivitäten und -formate weiter auszubauen, z. B. durch Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche und Kooperationen. Dazu sagte Philipp Leist: „Wir haben viele Interviews im Rahmen unserer Analysen geführt. Dabei wurde deutlich, dass sowohl die Profilierung als auch der Festspielcharakter der Eutiner Festspiele nicht mehr genügend wahrgenommen wurde.“ Die Eutiner Festspiele haben mit ihrer Lage am Schlosspark und Eutiner See ein Alleinstellungsmerkmal, das es im Kontext der Festspiele insgesamt weiter auszubauen und noch deutlicher zu kommunizieren gilt.

Philipp Leist: „Für die Besucher ist es wichtig, dass die Festspiele in jedem Sommer ein qualitativ hochwertiges Kulturprogramm mit Oper und Musical anbieten und mit positiven Nachrichten und Erfahrungen verbunden werden.“ Dazu bedarf es auch einer verlässlichen Organisation. actori empfiehlt daher, die bereits begonnene Professionalisierung und die Besetzung von Schlüsselpositionen weiter zu forcieren.

Die Ergebnisse des Gutachtens sind in mehreren Gesprächsrunden mit Politik und Verwaltung von Land, Kreis und Stadt erörtert worden. Geschäftsführer Falk Herzog nannte die dabei geführten Diskussionen „auf allen Ebenen erfreulich offen, verantwortungsbewusst und auch zukunftsorientiert“. Auf alle Beteiligten komme jetzt viel Arbeit und Kooperationsbereitschaft zu. „Ich gehe nach diesen Gesprächen mit gesundem Optimismus an die Aufgaben heran, die Existenzbedingungen der Festspiele zu verbessern“, sagte Herzog.

Zurück

Aktuelle Nachrichten
Sponsoren und Förderer