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Festspiele arbeiten an solider Zukunft

Die Eutiner Festspiele investieren in die Zukunft: Mit externer Beratungshilfe wollen sie bis Jahresende eigene Leitlinien für eine attraktive Ausrichtung ihres Programms, ihrer Organisation und ihres öffentlichen Erscheinungsbildes erarbeiten. Das Ziel ist klar: „Wir wollen beim Publikum nicht nur zählbaren Erfolg haben, sondern auch wieder in Norddeutschland zum festen Begriff für musikalische Qualität und niveauvolles Freizeitvergnügen werden", sagte Geschäftsführer Falk Herzog am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Die dafür notwendige Unternehmensstrategie soll durch einen intensiven Beratungsprozess geformt und verbindlich festgelegt werden. Das haben die drei Anteilseigner der gemeinnützigen Neue Eutiner Festspiele gGmbH (NEF) einmütig beschlossen und entsprechende Mittel eingeplant; das Land unterstützt diese Grundlagenarbeit, die nach Herzogs Worten „der soliden Zukunftssicherung der Festspiele dienen wird", mit insgesamt 10.000 Euro Förderung.

Mit diesem Vorhaben wollen die Eutiner Festspiele nach Jahren der mühevollen Konsolidierung zielbewusst nach vorne blicken. Falk Herzog: „Wir haben die Saison 2017, nicht zuletzt dank erfreulich hoher Spendeneinnahmen, mit einem kleinen Bilanzgewinn abgeschlossen und können erstmals wieder mit einer soliden  Finanzausstattung in die neue Spielzeit gehen. Wir wissen aber, dass wir noch viel zu tun haben werden, um den von vielen Besuchern beklagten Mangel an  Aufenthaltsqualität bei den Veranstaltungen auf der Freilichtbühne abzustellen. Die Tribüne von 1975 ist einfach in die Jahre gekommen; für einen Neubau aber, den unsere Vorgänger bereits 2005 ins Auge gefasst hatten, müssen wir den Fördergebern sichtbar beweisen, dass sich diese Investition für vielfältige  Unterhaltungskultur in Eutin dauerhaft lohnen wird. Den ersten Schritt dafür machen wir mit dem gerade gestarteten Beratungsprozess."

Nach einer Ausschreibung haben die Festspiele den Auftrag der in München ansässigen Beratungsfirma actori GmbH erteilt. Sie hat sich als Unternehmensberatung in Sachen Positionierung, Programm, Marketing und Sponsoring bei bundesweit renommierten Kulturinstitutionen einen Namen gemacht. Neben einer  Bestandsaufnahme der Stärken und Schwächen im Programm und Image der Eutiner Festspiele sind Analysen zur Kostenstruktur, zur Organisationsform sowie BenchmarkVergleiche mit Musiktheatern ähnlicher Größenordnung geplant. Aufgrund der Ergebnisse und der Entwicklungen auf dem Kulturmarkt soll dann unter  Betrachtung verschiedener Varianten herausgearbeitet werden, mit welchen Inhalten und in welcher die Festspiele künftig beständig agieren sollten.

An einer Tradition soll dabei aber, wie Geschäftsführer Falk Herzog betonte, keinesfalls gerüttelt werden: „Unser Markenkern war und bleibt die publikumsnahe Aufführung klassischer Opern. Aber klar ist auch, dass wir daneben andere, auch für jüngere Generationen leicht zugängliche Werke des Musiktheaters bieten müssen. Eine Erneuerung der Freilichtbühne würde dafür natürlich viele Optionen erleichtern."

Wie Herzog mitteilte, haben die actori-Vertreter bereits erste Gespräche zum Thema Festspiele geführt, darunter mit Landrat Reinhard Sager, Bürgermeister Carsten Behnk und OHTGeschäftsführerin Katja Lauritzen sowie anderen langjährigen Kennern der Eutiner Opernszene. Weitere Interviewtermine seien bis Mitte Juni fest vereinbart, zu Wort kämen dabei auch so hochkarätige Experten wie Prof. Dr. Sebastian Nordmann, Intendant des Konzerthauses am Berliner Gendarmenmarkt. Falk Herzog: „Wie andere auch hat sich Herr Nordmann, der ja bestens vertraut ist mit unseren Festspielen, auf die Anfrage sofort zum Gespräch mit actori bereit erklärt. Für dieses Engagement sind wir allen Interviewpartnern dankbar."

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