29.03.2018

Festspiel-Kulisse entsteht Stück für Stück

Buehnenbau-kleinDie Vorfreude bei den Eutiner Festspielen auf den Sommer wächst handfest: In dieser Woche sind die ersten Bestandteile der Bühnenbilder für „My Fair Lady" und „La Traviata" an der Opernscheune abgeladen worden. Die weiteren Bauteile, die vom Bau-Service Arend Knoop angefertigt werden, sollen nach Ostern ebenfalls in dem ehemaligen Kuhstall auf dem Alten Bauhof zwischengelagert werden.

Intendantin Dominique Caron betrachtet die noch unbemalten Holzteile erfreut als „nackte Vorboten" der kommenden Spielzeit: „Ich bin immer froh, wenn die Handwerker das Grundgerüst für unser Bühnengeschehen liefern." Auch Firmenchef Arend Knoop, zugleich technischer Leiter bei den Eutiner Festspielen, ist zufrieden: „Wir sind voll im Zeitplan. Das Aufstellen der Kulissen auf der Freilichtbühne wird zwar noch ein kleiner Kraftakt, aber das bekommen wir alles gut hin."

Seit März haben seine Mitarbeiter in einer Werkhalle in Langenhagen fleißig an der Realisierung der Pläne gearbeitet, die Bühnenbildnerin Ursula Wandaress entworfen hat. Sie hat bereits in den Vorjahren die Kulissen und Kostüme für die Inszenierungen bei den Festspielen konzipiert; Arend Knoop ist also damit vertraut, die von der Bühnenbildnerin auf Papier gezeichneten und im Modell anschaulich gemachten Vorstellungen maßstabsgerecht „in echt" entstehen zu lassen.

(Bild oben: Ole Kwiatkowski (rechts) packt mit seinen Helfern Wilhelm Knoop (links), Kim Kroll, Tim Schwardt und Jürgen Nawrotzki (hinten rechts) kräftig an, um die Holzelemente im ehemaligen Kuhstall sorgsam zu lagern.(c)NEF)

Dass dabei gelegentlich die Praxis andere Wege nahelegt, als in der der Planung vorgedacht, gehört zum Alltag in der Werkstatt. Arend Knoop: „Dann telefonieren wir und sprechen die notwendigen Änderungen ab. Ich sage immer: Wir haben keine Probleme, wir bewältigen sie."

Spätestens Mitte April sollen alle Einzelteile für die Bühnenbilder produziert und aus Langenhagen nach Eutin transportiert sein. Dann werden darin Dachlatten in einer Gesamtlänge von 2.5 Kilometer, 170 Sperrholzplatten in einer Grundfläche von 600 Quadratmetern und rund 30.000 Schrauben verbaut sein, um nur einige Zahlen für den Materialbedarf zu nennen.

Vorsstellung Kulisse 2018 Ursula Wandaress c NEFSpezielle Anforderungen stellte die Vorgabe von Ursula Wandaress, für die Pariser Salonszenen in „La Traviata" eine Reihe von Spiegelflächen in den Kulissenbau zu integrieren. Da die Bühnenbilder stabil und wetterfest genug sein müssen für den schnellen und wiederholten Auf- und Abbau, kam Glas nicht in Frage. Arend Knoop testete mehrere Ersatzlösungen aus selbstklebender Spiegelfolie auf seine einfallsreiche Art: „Ich habe ein Muster ein Wochenende in die Badewanne gelegt, das hielt das überhaupt nicht aus. Ein anderes schlug Wellen, aber das dritte hielt alles aus. Das nehmen wir jetzt."

Der nächste Arbeitsschritt erfolgt im alten Kuhstall an der Opernscheune: Dort werden die Holzteile grundiert, bevor der bei den Festspielen bereits erprobte Bühnenmaler Alp Arslan Tokat ihnen die endgültige Farb- und Dekorgebung verpasst. Das geschieht dann überwiegend schon auf der Freilichtbühne, wo Anfang Mai bereits der Spielboden und das Grundgerüst der Kulissen fest installiert werden sollen. Alles nicht so ganz einfach, weil die Bühnenfläche von Natur aus nicht eben ist. Aber Arend Knoop ist gewohnt optimistisch: „„Das wird noch eine ordentliche Anstrengung, aber wir haben genug Erfahrung, die Spielstätte rechtzeitig herzurichten."

(Bild rechts: Ursula Wandaress und Intendantin Dominique Caron begutachten das Modell, nach dem das Bühnenbild für „My Fair Lady“ von Arend Knoop und seinem Team bis Anfang Mai hergestellt wird. (c)NEF)